Rücklick auf ein KULTURelles Schuljahr

Im vergangenen Schuljahr konnte unsere AG „KULTURelle Bildung“ wieder einige tolle außerschulische Momente erleben. Daher möchten wir Ihnen nicht den Bericht der zuständigen Leitung Frau Hellekes-Heks vorenthalten:

Herzlichen Dank für die Unterstützung

Die Arbeitsgemeinschaft „KULTURelle Bildung“ möchte sich herzlich beim Förderverein der Johannes-Kepler-Schule bedanken. Durch die finanzielle Übernahme der Eintrittsgelder konnten wir im Schuljahr 2025/26 zahlreiche kulturelle Veranstaltungen besuchen. Viele dieser Besuche wären ohne die Unterstützung des Fördervereins nicht möglich gewesen. Deshalb möchten wir mit diesem Rückblick zeigen, welche vielfältigen Erfahrungen wir sammeln durften.

Tanz, Theater und neue Perspektiven
Den Auftakt bildete die Philadelphia Dance Company (PHILADANCO!), eine der bedeutendsten afroamerikanischen Tanzcompagnien der USA. Die Mischung aus modernem Tanz, Hip-Hop-Elementen, Rhythmus und beeindruckender Akrobatik in der Viersener Festhalle begeisterte uns von Beginn an. Besonders beeindruckte uns, wie Geschichten und Emotionen ausschließlich durch Bewegung erzählt werden konnten. Für einige von uns war dies die erste Begegnung mit professionellem Tanztheater.

Mit „Mädchenschrift“ erlebten wir ein eindrucksvolles Jugendtheaterstück über das Erwachsenwerden, gesellschaftliche Erwartungen und die Suche nach der eigenen Identität. Die intensive Darstellung regte zu vielen Gesprächen über die Lebenswirklichkeit junger Menschen und auch die Rolle der Frau an.

Ein weiteres Highlight war die Inszenierung von „Sophia, der Tod und ich“ nach dem Roman von Thees Uhlmann. Obwohl das Stück von Tod, Abschied und Verlust handelt, gelang ihm eine ungewöhnliche Mischung aus Humor und Nachdenklichkeit. Die kleine Studiobühne in Mönchengladbach sorgte dafür, dass wir den Schauspielern sehr nahe waren und intensiv in die Handlung eintauchen konnten.



Mit „Das vierte Verhör“ lernten wir eine Form des außereuropäischen Theaters kennen. Die simbabwische Autorin und Regisseurin Zaza Muchemwa entwarf eine beklemmende Zukunftsvision. Die düstere Atmosphäre, die Fragen nach Macht und Freiheit sowie die überraschende Wendung am Ende machten das Stück zu einem Erlebnis, über das wir auch noch Tage später diskutierten. Gerade die Tatsache, dass vieles offen blieb, empfanden wir gleichzeitig als spannend und herausfordernd.

Geschichte verstehen und Erinnerung bewahren
Besonders bewegend war die Aufführung „Wenn alles auseinander fällt“. Die Beschäftigung mit den Opfern des Nationalsozialismus und ihren Familien machte deutlich, wie wichtig Erinnerungsarbeit bis heute ist. Die Kombination aus Lesung, Puppenspiel und performativer Installation war zugleich ergreifend und verstörend.

Das Theaterstück „Anne Frank“ in Nettetal zeigte in einer modernen Inszenierung die Geschichte der berühmten Tagebuchschreiberin. Die direkte Einbeziehung des Publikums führte zu unterschiedlichen Meinungen, regte aber gleichzeitig dazu an, über Erinnerungskultur und moderne Darstellungsformen nachzudenken.
Darüber hinaus nutzten einige Schülerinnen und Schüler von uns freiwillige, weitere Angebote wie den Besuch des Musicals „Die Weiße Rose“ in Düsseldorf oder weitere Theateraufführungen in der Region.

Theater mit gesellschaftlicher Relevanz
Mit „Wutschweiger“ beschäftigten wir uns mit Armut und sozialer Ausgrenzung in Deutschland. Die Geschichte zweier Kinder, die sich gegen ihre Benachteiligung wehren, berührte viele von uns besonders. Das Stück zeigte eindrucksvoll, dass gesellschaftliche Probleme auch junge Menschen direkt betreffen.

Das Stück „3 min“ zeigte auf eindrucksvolle und zugleich kreative Weise die Situation von Familien an der Grenze zwischen Mexiko und den USA. Die Aufführung machte deutlich, welche Bedeutung drei Minuten haben können: Zeit für eine Umarmung, wichtige Worte oder einen letzten Blick. Gleichzeitig thematisierte das Stück Flucht, Familie, Hoffnung, Zeit und die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf einzelne Menschen. Besonders beeindruckend war, dass mit einfachen Mitteln große Emotionen vermittelt wurden.

Einen anderen Zugang wählte „All das Schöne“ im Kresch-Theater. Das Stück beschäftigt sich mit Depression und den Herausforderungen des Lebens, vermittelt aber gleichzeitig Hoffnung und Lebensfreude. Durch die aktive Beteiligung des Publikums entstand eine sehr persönliche Atmosphäre, die jede Vorstellung einzigartig machte.

Große Bühnen und besondere Erlebnisse
Ein Höhepunkt des Schuljahres war der Besuch des Musicals „Titanic“ im Theater Mönchengladbach. Die große Besetzung, die eindrucksvollen Chorszenen, die Projektionen und das Bühnenbild machten die Geschichte der Passagiere zu einem bewegenden Gesamterlebnis.

Mit dem klassischen Ballett „Giselle“ lernten wir in der Viersener Festhalle eine weitere Kunstform kennen. Die romantische Geschichte von Liebe, Verrat, Verlust und Vergebung wurde ausschließlich durch Tanz erzählt. Obwohl die Handlung teilweise anspruchsvoll war, beeindruckten uns die Präzision, die Körperbeherrschung und die Ausdruckskraft der Tänzerinnen und Tänzer ganz besonders.

Ein Blick hinter die Kulissen
Bei einer Theaterführung hinter den Kulissen konnten wir Bereiche kennenlernen, die dem Publikum normalerweise verborgen bleiben. Werkstätten, Schneiderei, Maske, Requisitenlager und Bühnentechnik zeigten uns, wie viele Menschen zum Gelingen einer Aufführung beitragen. Die Führung machte deutlich, dass Theater immer Teamarbeit ist und viele verschiedene Berufe vereint.

Kulturelle Bildung für die ganze Schule
Zusätzlich konnten im Rahmen der Kooperation mit den Theatern Krefeld und Mönchengladbach erste Schulkonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker besucht werden. Dadurch erhielten viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, ein professionelles Orchester live zu erleben.
Großen Eindruck hinterließ auch das Klassenzimmerstück „Es ist Esther“, das direkt an unserer Schule aufgeführt wurde. Die persönliche Geschichte einer Holocaust-Überlebenden machte Geschichte greifbar und zeigte, warum Erinnerung und Verantwortung auch heute wichtig sind. Dieses Stück durften die Klassen 9 und 10 im Klassenverband sehen.

Unser Fazit
Das vergangene Schuljahr hat gezeigt, wie vielfältig kulturelle Bildung sein kann. Wir haben Tanz, Schauspiel, Musical, Konzert, Ballett und dokumentarisches Theater erlebt. Dabei haben wir nicht nur neue künstlerische Ausdrucksformen kennengelernt, sondern auch viel über gesellschaftliche Themen, Geschichte und das Zusammenleben von Menschen erfahren. Kultur eröffnet neue Perspektiven, regt zum Nachdenken an und fördert Empathie. 
 
Im Namen der gesamten AG Kulturelle Bildung bedanken wir uns herzlich beim Förderverein der Johannes-Kepler-Schule. Ihre Unterstützung hat viele besondere Erlebnisse ermöglicht und dazu beigetragen, Kultur für alle zugänglich zu machen. Wir freuen uns bereits auf die kulturellen Entdeckungen des kommenden Schuljahres. 

Text & Bilder: Fr. Hellekes-Heks