Hackdays 2022: Tüfteln im Zeichen von Corona

Leider fanden auch in diesem Jahr die Hackdays aufgrund der Corona-Pandemie nicht im gewohnten Format statt. Die Johannes-Kepler-Schule Süchteln war bereits im Sommer 2020 die erste Schule überhaupt, an der Remote-Hackdays durchgeführt wurden. Am 31. März und 1. April 2022 durften wir nun als erste Schule deutschlandweit zum dritten Mal die Remote-Hackdays veranstalten.

Den Schüler/innen standen umfangreiche Materialien zur Umsetzung der eigenen Hacks zur Verfügung.

Hackdays – zu Deutsch „Tüfteltage“ – sind Veranstaltungen, die in einer offenen und kreativen Werkstattatmosphäre verlaufen. Am Anfang der Hackdays steht immer die Formulierung eines oder mehrerer Probleme, die von den Schülerinnen und Schülern im Schulumfeld beobachtet wurden. Die Jugendlichen entwickeln dann Lösungsansätze. Dabei stehen ihnen technische Hilfsmittel wie Werkzeuge, Sensoreinheiten oder Mikrocontroller zur  Verfügung. Die Hackdays leisten einen Beitrag zur Verbesserung der digitalen Bildung an Schulen und bringen Jugendlichen die Bandbreite digitaler und elektronischer Tools näher. Darüber hinaus soll die Fähigkeit gefördert werden, Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und eigenständig Lösungen zu entwickeln. Wissenschaft im Dialog möchte mit dem Projekt, unterstützt durch die Klaus Tschira Stiftung, neue Impulse für den Schulalltag setzen.

Im Vergleich zum letzten Jahr konnten die diesjährigen Remote-Hackdays in ein hybrides Format gebracht werden. Die Jugendlichen fanden sich unter der Leitung von Herrn Kreuer in der Schule ein, während Studentinnen und Studenten sowie Herr Diekmann als Unterstützung per Videoschalte hinzukamen. Ein besonderes Dankeschön geht auch an Herrn Lenzen, der den Kollegen Kreuer vor Ort spontan unterstützte.

Alle Jugendlichen erhielten zu Beginn zudem ein Materialset von Wissenschaft im Dialog geschenkt: enthalten waren neben einem Arduino-Microcontroller auch diverse Sensoren und Kabel.

Herr Kreuer unterstützte die Schüler/innen vor Ort.

Nach einer theoretischen Einführung, die von „A wie Arduino“ bis „Z wie Zusammenarbeiten via Videokonferenz“ alles abdeckte, ging es an einen ersten Probe-Hack: um ein Gefühl für die noch unbekannte Technik zu entwickeln, bauten die Teilnehmer einen „Spiel-Timer“, der nach Aktivierung per Tastendruck den Ablauf einer Spieldauer von 5 Sekunden akkustisch anzeigen sollte. Bereits in dieser Phase wurde das gut durchdachte Konzept des Make-Your-School-Teams deutlich: eine Mentorin oder ein Mentor war stets nur einen Hilferuf weit entfernt und schaltete sich zügig per Videoschalte in die Bastelphase hinzu. Die Jugendlichen konnten jederzeit auf professionelle Unterstützung zurückgreifen, sodass der erste Hack nach rund einer Stunde von allen erfolgreich absolviert wurde.

Aber was macht eine gute Schule aus? Wie lässt sich der Alltag optimieren? Wo gibt es Probleme? Und wie können diese mit digitalen und technischen Hilfsmitteln gelöst werden? Beim Projekt Make Your School sollen Schülerinnen und Schüler keinen vorgefertigten Ideen folgen, sondern ihre Schulsituation mitgestalten und sich im Programmieren, Tüfteln und Basteln ausprobieren. Ein gemeinsames Brainstorming brachte in den rasch gegründeten Teams klarheit: so stand unter anderem die Entwicklung eines Vokabeltrainers ebenso im Raum wie der Entwurf eines „Auges für Blinde“, welches sehbeinträchtigen Menschen einen regulären Schulbesuch ermöglichen könnte.

Das Programm funktioniert – am Text müssen wir noch arbeiten! 😉

Tag 1 wurde durch einen Impulsvortrag von Herrn Professor Dr. Quade von der Hochschule Niederrhein bereichert. Der Professor sprach vor Ort bei uns an der Schule vor den Jugendlichen über die Bedeutung von Mikrokontrollern in unserer heutigen Gesellschaft und ermunterte sie dazu, die zwei Tage intensiv zu nutzen, sich mit der Technik vertraut zu machen.

Tag 2 stand dann also ganz im Zeichen der Programmierung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte man an den eindeutigen Jubelrufen erkennen, dass die Jugendlichen recht schnell Fortschritte erzielten: nach wenigen Stunden flimmerten die ersten Botschaften über LC-Displays und Sensoren brachten angeschlossene Summer zum richtigen Zeitpunkt zum Piepen. Es vergingen noch etliche Stunden, bis die ersten Entwürfe präsentiert werden konnten. Nach Fertigstellung der Prototypen ging es dann noch darum, den Geräten angemessene Schutzhüllen zu verpassen. Die Schülerinnen und Schüler nutzen extra bereitgestellte Architekturpappe, die nun ausgeschnitten, beklebt und beschriftet wurde.

In der Hacking-Phase unterstützten Mentor/innen von Wissenschaft im Dialog unsere Schüler/innen per Videokonferenz.

In einer abschließenden Videokonferenz stellten alle Teilnehmer ihre durchweg gelungenen Arbeitsergebnisse vor. Die Hacks konnten nun stilecht in den praktischen Maker-Rucksäcken verstaut werden, in denen den Schüler/innen auch das Material einen Tag zuvor überreicht wurde.

Wir sind in mehrfacher Hinsicht stolz: zum einen natürlich auf unsere Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen, die sich auf das Abenteuer Remote-Hackdays eingelassen haben und in zwei Tagen zu beachtlichen Ergebnissen gekommen sind. Wir sind aber auch stolz darauf, inzwischen vier Jahre lang Make-Your-School-Projektschule zu sein und die Partnerschaft auch in diesen schwierigen Zeiten aufrechterhalten zu können. Wir bedanken uns daher ausdrücklich für diese großartige Zusammenarbeit bei Helena und Theresa von Wissenschaft in Dialog in Berlin sowie bei den grandiosen Mentor/innen in diesem Jahr!

Wir freuen uns auf die Hackdays 2023 – dann, trotz der erneut positiven Erfahrung der zwei Tage, am liebsten aber wieder vollständig real bei uns vor Ort.

Text: P. Diekmann
Fotos: T. Kreuer sowie Krystian, Anna-Marie und Philipp aus den Klassen 8.

Eindrücke von den Hackdays 2022